Stellungnahme des Vorstandes des SER zum Elternbrief vom 22.02.2010

Liebe Eltern,

in einem Brief des Schulleiters vom 22.02.2010 sind die Eltern darüber informiert worden, dass es „durch eine Veränderung in der Unterrichtsversorgung" möglich geworden sei, dass man doch noch in den Jahrgängen 8 und 9 ein Wahlpflichtangebot „vorhalten" könne.

Zur Kenntnis und eigenen Beurteilung  nehmen wir diese Information zum Anlass, die Problematik  aus einem anderen Blickwinkel zu erläutern.

Nicht durch eine „Veränderung in der Unterrichtsversorgung" ist es möglich geworden, dass erst während des laufenden zweiten Halbjahres Wahlpflichtkurse (WPKs) in den Jahrgangsstufen 8 und 9 eingerichtet werden.

Vielmehr hätten diese Kurse bei Anwendung der geltenden Rechtslage bereits ab Beginn des Schuljahres eingerichtet werden müssen, da es sich hierbei um Stunden aus dem Pflichtbereich der Stundentafel handelt, die mit den zugewiesenen Lehrerstunden unter Beachtung des Schulprofils von der Schule vorrangig zu gewährleisten sind.

Die Einrichtung der WPKs in den Jahrgangsstufen 8 und 9 sowie die kurzfristige Reaktion der Schule mitten im Schuljahr ist allein das Ergebnis hartnäckiger Beschwerden von Eltern seit Herbst letzten Jahres.

Der Wahlpflichtunterricht wurde ab diesem Schuljahr auch nicht  - wie rechtlich durchaus möglich - gekürzt, sondern im 9. Jahrgang von Anfang des Schuljahres an ganz gestrichen. Im 8. Jahrgang hat nur ein Bruchteil der SchülerInnen gekürzten Unterricht in den Fächern Spanisch und  Darstellendes Spiel erhalten, für die Mehrheit der SchülerInnen fiel der Wahlpflichtunterricht komplett aus.

Eine Stellungnahme des Schulleiters bereits im September 2009 an die Landesschulbehörde, die sich aufgrund einer ersten Beschwerde von Eltern ergab, stellt die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben allerdings in einem ganz anderen Licht dar. Der Wahlpflichtunterricht wurde nach den Ausführungen des Schulleiters nur gekürzt; von einer Streichung ist dort nicht die Rede. Erst weitere Nachfragen und Beschwerden seitens der Eltern beim Kultusministerium brachten den Stein ins Rollen.

Als Fazit bleibt festzuhalten:

  • Der Schulleiter des Gymnasiums hat die Stundenplanungfür den des 8. und 9. Jahrgangs seit den Sommerferien falsch umgesetzt.
  • Pflichtstunden wurden nicht gegeben. Diese dürfen grundsätzlich zwar gekürzt, aber nicht - wie bei uns am Gymnasium - gänzlich gestrichen werden.
  • Schülerinnen und Schüler haben Unterricht nicht erhalten, der ihnen zusteht.
  • In der Konsequenz sind jetzt Stundenpläne zu ändern, SchülerInnen müssen nun erneut wählen und Lehrkräfte Mehrarbeit leisten.
  • Der Elternbrief des Schulleiters (Anlage) stellt diese Vorkommnisse inhaltlich in einem falschen Licht dar.
  • Die Landesschulbehörde .....

Es fällt an dieser Stelle schwer, die Vorkommnisse in Gänze zu beschreiben und die Auswirkungen vom Gewicht her zu beurteilen.  In jedem Fall danken wir allen engagierten Eltern für ihre Arbeit und bedauern, wenn Schüler unter den Versäumnissen zu leiden haben und Lehrkräfte zusätzliche Belastungen erfahren. 

Der Vorstand des Schulelternrates Gymnasium Adolfinum

Bückeburg, den 27.02.2010

weiterführende Links zu

  • RdErl. d. MK: Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den allgemein bildenden Schulen (Schule & Recht) (lokale Kopie)
  • SVBl 5/2009 Amtlicher Teil: Einstellung von Lehrkräften an allgemein bildenden Schulen zum 3.8.2009 und Unterrichtsversorgung zum Schuljahresbeginn 2009/2010 (Nds. Kultusministerium) (lokale Kopie)

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