Statement

Statement des Vorstandes der Schulelternschaft des Gymnasiums Adolfinum Bückeburg zu den Berichterstattungen vom 03.12. und 12.12.2009

 

 

Als Vorstand des Schulelternrates des Gymnasiums Adolfinum wollen wir Stellung beziehen, denn das Zitat eines Elternvertreters im Artikel „Direktor im Clinch mit dem Rest des Adolfinums“ vom 03.12.2009 lässt die eigentliche Problematik in einem verzerrten Licht erscheinen und ist dazu geeignet, von den eigentlichen Problemen abzulenken. Unserer Ansicht nach ist das Adolfinum nach wie vor ein gutes Gymnasium mit einer engagierten und leistungsstarken Lehrerschaft. Daher muss der Fokus der Diskussion wieder auf die tatsächliche Ursache der Schwierigkeiten des Gymnasiums gerichtet werden.

  1. Leider haben tatsächlich gute Lehrer die Schule in den letzten Monaten verlassen, einige auch, weil sie mit der Leitung der Schule nicht einverstanden waren. Nach wie vor halten aber viele gute Kolleginnen und Kollegen die Stellung in der Schule, haben die Kraft und den Ehrgeiz, sich den Verhältnissen zu stellen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Betrieb des Gymnasiums aufrechtzuerhalten. Auch ist das Kollegium aus unserer Sicht keineswegs unfähig zur Kooperation oder zerstritten. Vielmehr hat es zunehmend Mut, sich mit der momentanen Situation auseinanderzusetzen und Stellung zu beziehen. 
  2. Die in den Leserbriefen vom 12.12.2009 geschilderten Vorkommnisse am Gymnasium nach Erscheinen des Artikels am 3. Dezember zeugen von der Hilflosigkeit der Schulführung im Umgang mit Kritik und der offenen Diskussion innerhalb der Schule. Dieser Umgang mit den Schülern kann gerade an einer Institution wie der Schule, die einen Grundstein für die  Ausbildung eines Demokratieverständnisses liefern soll, nicht akzeptiert werden!
 

Dies sind allerdings nur die Auswirkungen, nicht die Ursache der nun seit drei Jahren andauernden Schwierigkeiten. Der zitierte SEIS-Bericht von 2008 bestätigt, Validität im Sinne der Statistik hin oder her, eine Tendenz, die im Ergebnis der Schulinspektion von 2007 und über drei SEIS-Berichte eindeutig ablesbar ist.

 

Der Fokus der Betrachtung und der Kritik sollte sich also vielmehr gegen die Sorglosigkeit richten, mit der in Niedersachsen unter den erschwerten Bedingungen der Eigenverantwortlichkeit die Leitung von Schulen vergeben wird. Die Misere im Bildungssystem, die Umstellung auf das Abitur nach zwölf Jahren, die eklatant schlechte und leider mit Statistiken immer wieder schön geredete Unterrichtsversorgung und die hohen Anforderungen an Schule im Hinblick auf die Übertragung der Eigenverantwortlichkeit verlangen besondere Schulleiter. Die gezielte, auf die zur Bewältigung dieser Herausforderungen notwenigen Kompetenzen ausgerichtete Auswahl für diese Verwendung ist zwingend erforderlich.

Wir wünschen dem Kollegium des Adolfinums, den streitbaren Eltern und den engagierten Schülern die Kraft und den Mut, sich auch weiterhin gemeinsam mit uns für eine gute schulische Ausbildung, für Meinungsvielfalt, für ein gutes Schulklima, für eine gute Schule und für eine funktionierende Schulführung zu engagieren.

Wir wünschen uns von den Behörden und vom Ministerium ernst genommen zu werden mit unserer Sorge um das Gymnasium Adolfinum.

In diesem Sinne wünschen wir erholsame und frohe Feiertage!

  Der Vorstand des Schulelternrates Gymnasium Adolfinum

 

 

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