Sicherlich wird es nicht von heute auf morgen eine Lehrerschwemme geben und der Unterrichtsausfall oder die Stundenkürzungen ad hoc der Vergangenheit angehören, aber da so wenig von Seiten der Bildungsministerien getan wird, um eine rasche und durchgreifende Änderung der jetzigen Situation herbeizuführen, muss mit anderen Mitteln auf die Missstände aufmerksam gemacht werden.
Ob ein Streik oder eine Demonstration das probate Mittel ist, sei dahingestellt. Beides sind jedoch in unserer Demokratie anerkannte Mittel, um Aufmerksamkeit bei den Medien und bei dem Teil der Bevölkerung zu bewirken, der sich sonst nicht mit dem Thema Schule befasst. Diese Medienpräsens führt in der Regel zu einem verstärkten Engagement der Verantwortlichen, zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema auf breiter Basis.
Nichts anderes wird mit der Veröffentlichung der PISA-Studien bezweckt. Die dort aufgeführten Ergebnisse führen zu einer Teil-Transparenz in den ansonsten völlig heterogenen Bildungssystemen, auch und insbesondere innerhalb unseres durch Föderalismus geprägten Staates. Gerade die in der vergangenen Woche veröffentlichten PISA-Ergebnisse lassen eine Reform des Schulsystems in Niedersachsen unumgänglich erscheinen.
Und das Wichtigste: Wir brauchen ...
Es gilt nun, den Mut der Schüler, die mit ihrer Aktion für bessere Bildung Zeichen gesetzt haben, zu belohnen. Lassen Sie uns gemeinsam, Schüler - Eltern und Lehrer, am 24.01.2009 nach Hannover gehen und für eine bessere Bildungspolitik in unserem Land demonstrieren.
Natürlich wird es auch wieder diejenigen Störer geben, die eine solche Veranstaltung nutzten, um linksradikale oder andere politische Ideen zu verbreiten. Hierauf dürften die Polizei, aber auch die Demonstranten im Januar besser vorbereitet sein als am 12.November 2008. Wie wollen wir unseren Kindern die Grundrechte vermitteln, wenn wir ihnen nicht den Rücken stärken und ihnen so beweisen, dass es sich lohnt, für seine Rechte einzustehen? Wir hoffen, dass auch alle Eltern den Mut gefunden haben, ihren Kindern ehrliche Entschuldigungen zu schreiben, um auch so deutlich zu machen, dass auch wir Eltern den Kampf um eine bessere Bildungspolitik unterstützen. Was bedeutet schon ein "unentschuldigtes Fehlen" - so wird die Teilnahme am Streik wohl trotz Entschuldigung gewertet werden - im Vergleich zu einem "ich stehe für mein Recht auf Bildung ein!". Übrigens darf der "unentschuldigte Tag" nicht im Abgangs- oder Bewerbungszeugnis aufgenommen werden.
Wir sind dabei: für bessere Schulen, bessere Bildung und bessere Chancen!
Maxie Böllert-Staunau, Anke Milost, Bernd Meier, Michael Baumgärtner